Das heutige Thema der Bibellesegruppe war: GOTTES Wort.
Wie kommen wir überhaupt auf die Idee, die Bibel GOTTES Wort zu nennen?
In welchen Schritten haben wir die Bibel als das Schriftliche Wort GOTTES empfangen?
In der Präsentation sind wir dazu Schritt für Schritt diese Übersicht durchgegangen:
Hier werde ich einfach einige Wichtige Bibelstellen und Gedanken zu den einzelnen Punkten aus der Übersicht teilen.
... zu Adam und Eva im Paradies
Genesis 3,8 (SLT)
Und sie hörten die Stimme Gottes des Herrn, der im Garten wandelte, als der Tag kühl war; und der Mensch und seine Frau versteckten sich vor dem Angesicht Gottes des Herrn hinter den Bäumen des Gartens.
GOTTES Stimme ist etwas vom ersten, das der Mensch erlebt. Es ist von Anfang an der Normalzustand für einen Menschen, GOTTES Stimme zu hören
Doch nach dem Sündenfall hält der Mensch sich von GOTT fern und wird aus dem Paradies ausgestossen
Jetzt ist der Normalzustand für einen neugeborenen Menschen, dass er GOTTES Stimme nicht hört (und allzu oft auch nicht hören will)
... zu einzelnen Personen
Trotz des Sündenfalls spricht GOTT zu einzelnen Personen weiterhin direkt hörbar. Beispielsweise von Henoch und Noah wissen wir es.
Und das GOTT überhaupt zu uns Menschen spricht und wir ihn verstehen können, obwohl seine Gedanken so viel höher sind als undere, ist ein unfassbares Wunder und Privileg!
Hier haben wir etwas angeschaut, dass, wenn die Propheten in GOTTES Auftrag sprechen, es gleichzeitig genauso direkt GOTT ist, der spricht.
Jeremia 1,5 (SLT)
5Ehe ich dich im Mutterleib bildete, habe ich dich ersehen, und bevor du aus dem Mutterschoß hervorkamst, habe ich dich geheiligt; zum Propheten für die Völker habe ich dich bestimmt!
Jesaja 49,5 (SLT)
5Und nun spricht der Herr, der mich von Mutterleib an zu seinem Knecht gebildet hat, um Jakob zu ihm zurückzubringen – Israel aber wurde nicht gesammelt, und doch wurde ich geehrt in den Augen des Herrn, und mein Gott war meine Stärke –,
Deuteronomium 18,18 (SLT)
18Ich will ihnen einen Propheten, wie du es bist, aus der Mitte ihrer Brüder erwecken und meine Worte in seinen Mund legen; der soll alles zu ihnen reden, was ich ihm gebieten werde.
Wir wissen, dass GOTT im direktesten Sinne durch seine Propheten spricht, weil
GOTT die Propheten von Mutterleib an dazu aussucht, seinem Volk seine Worte zu bringen
GOTT den Propheten seine Worte "in seinen Mund (Deut 18,18)" geben wird
Eigentlich würde man meinen: Sobald ein Menschlicher Prophet die Nachricht überbring vergisst er doch sicher auch Dinge oder gibt diese falsch wieder. Doch das ist nicht geschehen. Deshalb lesen wir auch in der Bibel, wie Menschen zur Verantwortung gezogen werden, wenn sie GOTTES Wort, durch die Propheten gesprochen, nicht gehorchen.
GOTT selbst hat angefangen, die Bibel zu schreiben und Schreibaufträge gegeben
Die 10 Gebote wurden von GOTT selbst mit dem "Finger Gottes (Ex 31,18)" aufgeschrieben. Danach gibt GOTT Schreibaufträge an viele Propheten. Zumindest teilweise war es also so, dass GOTT zu einem Propheten gesprochen hat und ihm dann auch gleich befohlen hat, die Worte aufzuschreiben.
Exodus 34,27 (SLT)
27Und der Herr sprach zu Mose: Schreibe dir diese Worte auf! Denn aufgrund dieser Worte habe ich mit dir und mit Israel einen Bund gemacht.
Jesaja 30,8 (SLT)
8Geh du nun hin und schreibe ihnen das auf eine Tafel und verzeichne es in ein Buch; und es soll bleiben für einen zukünftigen Tag, für immer, bis in Ewigkeit,
Jeremia 30,2 (SLT)
2So spricht der Herr, der Gott Israels: Schreibe dir alle Worte, die ich zu dir geredet habe, in ein Buch!
Das GOTT den Propheten befiehlt, seine Worte aufzuschreiben impliziert schon, dass GOTT erstens im Schreibprozess dafür sorgt, dass keine Fehler entstehen und zweitens vorhat, seine Worte zu bewahren.
Was ist mit dem Teil des Alten Testament, in dem nicht ausdrücklich steht, dass es GOTTES Worte sind (Geschichtsbücher beispielsweise)?
Ein paar Gedanken dazu
Erstens steht erstaunlich häufig im At, dass hier GOTTES direkte Worte stehen (Grosse Teile in den 5 Büchern Mose und in Propheten wie Jesaja)
Zu der Geschichtserzählung und Weisheitsliteratur lässt sich sagen
Wir finden keinerlei Zweifel der Israeliten daran, dass diese nicht GOTTES Wort wären. Im Gegenteil: Psalmen wie Psalm 19 oder 119 loben GOTTES Wort (oder zumindest die 5 Bücher Mose, die Torah), aufs Höchste!
Die Psalmen z.B. zitieren auch häufig historische Ereignisse aus den Geschichtsbüchern oder die Propheten zitieren daraus etc. Die Bücher des At bekräftigen sich also gegenseitig.
Aber die wirkliche, abschliessende Bestätigung (aus unserer Sicht) kommt dann mit JESUS
JESUS zitiert das At stehts mit voller Autorität
Ein eindrückliches Beispiel:
Genesis 2,24 (SLT)
24Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und sie werden ein Fleisch sein.
Matthäus 19,4–5 (SLT)
4Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, dass der Schöpfer sie am Anfang als Mann und Frau erschuf 5und sprach: »Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und seiner Frau anhängen; und die zwei werden ein Fleisch sein«?
Eindrücklich weil: Nirgendwo in Genesis 2 steht, dass GOTT Genesis 2,24 persönlich gesprochen hätte. JESUS aber hat kein Problem damit diese Worte als GOTTES Worte hinzustellen. Das macht nur Sinn, wenn er den ganzen Genesis Text als GOTTES Wort sieht.
JESUS bestätigt seine Apostel
Johannes 16,13–15 (SLT)
13Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, so wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. 14Er wird mich verherrlichen; denn von dem Meinen wird er nehmen und euch verkündigen. 15Alles, was der Vater hat, ist mein; darum habe ich gesagt, dass er von dem Meinen nehmen und euch verkündigen wird.
Deutet schon stark darauf hin, dass die Apostel mit Wahrheit erfüllt sein werden und diese natürlich auch in ihren Büchern und Briefen wiedergegeben werden kann.
Die Apostel bestätigen das At
2. Timotheus 3,16–17 (SLT)
16Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, 17damit der Mensch Gottes ganz zubereitet sei, zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet.
Paulus bestätigt das At als von GOTT eingegeben
Die Apostel bestätigen sich gegenseitig
2. Petrus 3,16 (SLT)
16so wie auch in allen Briefen, wo er von diesen Dingen spricht. In ihnen ist manches schwer zu verstehen, was die Unwissenden und Ungefestigten verdrehen, wie auch die übrigen Schriften, zu ihrem eigenen Verderben.
Hier sieht Petrus die Briefe von Paulus als Teil von den "Schriften" (Ein Begriff, der im Nt ausdrücklich für GOTTES inspiriertes Wort verwendet wird)
1. Timotheus 5,18 (SLT)
18Denn die Schrift sagt: »Du sollst dem Ochsen nicht das Maul verbinden, wenn er drischt!«, und »Der Arbeiter ist seines Lohnes wert«.
Paulus zitiert hier etwas aus dem Lukasevangelium als "Schrift"
Natürlich kann man viele weitere Stellen nennen, es war ja auch ein relativ kurzer Input :D
📚 Das Thema weiter vertiefen
Wayne Grudem: Systematic Theology (Second Edition) - Kapitel 4
Von diesem Kapitel kamen auch viele Gedankenanstösse