Was ist ein Jünger?
Das Thema des ersten Jüngerschaftstreffens dieser Serie ist: Was ist ein Jünger überhaupt?
In den weiteren Jüngerschaftstreffen geht es dann besonders auch um die Fragen, wie man Jünger machen kann und wie man andere Jünger in ihrem Wachstum begleitet. Aber alles startet mit der Frage, was ein Jünger überhaupt ist. Also wollen wir uns heute genügend Zeit dafür nehmen.
Jünger und Lehrer gehören untrennbar zusammen. Ohne Lehrer gibt es keine Jünger.
Lukas 6,40
40 Ein Jünger steht nicht über dem Lehrer; jeder aber, der vollendet ist, wird sein wie sein Lehrer.
Matthäus 10,24-25
24 Ein Jünger steht nicht über dem Lehrer und ein Knecht nicht über seinem Herrn. 25 Es ist dem Jünger genug, dass er sei wie sein Lehrer und der Knecht wie sein Herr.
Ein Jünger hat immer einen Lehrer. Jünger und Lehrer gehören zusammen wie Knecht und Herr, wie Ehemann und Ehefrau. Das Eine gibt es nicht ohne das Andere.
Ein Jünger ist mehr als ein Schüler im heutigen Sinne. Er ist ein Nachfolger.
Lukas 14,27
27 Wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachkommt, kann nicht mein Jünger sein.
Ein Jünger JESU muss ein Nachfolger sein.
Vergleich zum heutigen Schulsystem:
Heutiger Schüler -> An eine Institution gebunden
Jünger -> An eine Person gebunden
Ein Jünger hat das ständige Bewusstsein: Ich folge meinem Lehrer, um zu werden wie er.
Johannes 1,36-37
35 Am folgenden Tag stand Johannes wiederum da und zwei seiner Jünger. 36 Und indem er auf Jesus blickte, der vorüberging, sprach er: Siehe, das Lamm Gottes! 37 Und die beiden Jünger hörten ihn reden und folgten Jesus nach.
Die beiden Jünger waren Jünger von Johannes dem Täufer - sie wussten genau, was es bedeutet, ein Jünger von jemandem zu sein. Wenn sie jetzt JESUS nachfolgen tun sie es mit dem Bewusstsein: Jetzt sind wir Jünger von JESUS. Wir werden ihm nachfolgen, und dann so werden wie er...
...und so begleiten sie ihren Lehrer JESUS. Und JESUS:
Verwandelt Wasser zu Wein (Joh 2,7-11)
Heilt Scharenweise von Menschen, während er predigt (Mt 4,23)
Heilt einen Sohn über weite Distanz nur mit seinen Worten (Joh 4,50)
Befiehlt den Dämonen und sie müssen gehorchen (Lk 4,35)
Predigt mit einer Vollmacht, wie sie noch nie jemand von den Schriftgelehrten gehört hat (Mt 7,29)
Die Jünger JESU waren wohl völlig schockiert! Sie wollten eigentlich werden wie ihr Lehrer, aber dann sehen sie ihren Lehrern Dinge tun, bei denen sie sich nur Fragen können: Wie sollen wir denn das lernen?? Und nicht nur die Wunder, sondern auch JESU Charakter und Lehre war völlig unfassbar.
Ich denke an diesen Punkt müssen wir auch kommen:
Ich denke JESUS hat den Jüngern dann liebevoll Schritt für Schritt beigebracht, wie es eben doch möglich ist, dass sie seinen Charakter, seine Lehre und seine Taten tun können.
Ich will euch in 3 Situationen mitnehmen, bei denen ich denke, dass die Jünger wirklich gelernt haben, wie sie JESUS ähnlicher werden können. Das könnten wirklich Aha-Momente für JESU Jünger gewesen sein.
Matthäus 10,1.7-8
1 Da rief er seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen Vollmacht über die unreinen Geister, sie auszutreiben, und jede Krankheit und jedes Gebrechen zu heilen.
[…]
7Geht aber hin, verkündigt und sprecht: Das Reich der Himmel ist nahe herbeigekommen! 8Heilt Kranke, reinigt Aussätzige, weckt Tote auf, treibt Dämonen aus! Umsonst habt ihr es empfangen, umsonst gebt es!
Ein riesiger Auftrag! Aber hier lernen JESU Jünger: Sie haben einen Lehrer, der ihnen nicht nur beibringen kann, wie sie etwas machen sollen, sondern er selbst kann ihnen Vollmacht geben, es zu tun!
Matthäus 10,19-20
19Wenn sie euch aber ausliefern, so sorgt euch nicht darum, wie oder was ihr reden sollt; denn es wird euch in jener Stunde gegeben werden, was ihr reden sollt. 20Denn nicht ihr seid es, die reden, sondern der Geist eures Vaters ist’s, der durch euch redet.
Und dann haben sie auch gelernt: Nicht nur bei den Taten, kann JESUS uns Vollmacht geben, sondern auch die Worte, die wir sprechen, können ihnen von GOTT geschenkt werden.
Johannes 15,5
5 Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun.
Hier erklärt JESUS ihnen dann sehr direkt, wie es funktioniert sein Jünger zu sein.
Jünger JESU zu sein ist keine normale Schüler - Lehrer Beziehung, wie man sie sonst kennt!
Wenn man heute eine Lehre als Schreiner macht dann kommt der Lehrmeister vielleicht und sagt zu einem: "Komm, ich zeige dir, wie man das macht, dann kannst du es dann bald auch tun."
Ganz anders ist es mit JESUS. Die Dinge, die JESUS tut, können wir nicht tun. Er kann sie uns nicht lehren, sodass wir sie dann alleine tun können. Aber wir können verbunden sein mit JESUS, sodass JESUS sie durch uns tun kann. Wie eine Rebe am Weinstock bleibt.
Spätestens an Pfingsten haben die Jünger es wohl begriffen:
Apostelgeschichte 2,1-4
1Und als der Tag der Pfingsten sich erfüllte, waren sie alle einmütig beisammen. 2Und es entstand plötzlich vom Himmel her ein Brausen wie von einem daherfahrenden gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. 3Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich zerteilten und sich auf jeden von ihnen setzten. 4Und sie wurden alle vom Heiligen Geist erfüllt und fingen an, in anderen Sprachen zu reden, wie der Geist es ihnen auszusprechen gab.
Der Rest ist Geschichte.
GOTT selbst ist gekommen und hat Wohnung genommen in einfachen Fischern. Sein GEIST hat in ihnen gewirkt und sie haben gepredigt und Zeugnis gegeben bis an die Enden der Erde.
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Und das ist ein Weg, wie man das Leben eines Jüngers verstehen kann.
Ein Jünger JESU ist sich bewusst, dass JESUS sein Lehrer ist und er möchte unbedingt so denken, sprechen und handeln wie JESUS.
Doch dann wird ihm bewuss, wie unmöglich das ist. Bis er erkennt, dass JESUS es durch ihn tun kann - und so fasst er glauben und lässt JESUS wirken. Das ist ein Prozess, der sich oft wiederholt.